Warum das Selbstarchivierungsrecht nutzen?

Die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit Ihrer Forschungsergebnisse entscheidet über deren Nutzung – und  damit auch darüber, wie häufig Ihre Arbeiten zitiert werden. Die Sichtbarkeit dürfte in Zeiten großer Online-Datenbanken, elektronischer Zeitschriften und der Recherchemöglichkeiten des Internets kaum noch ein Problem sein. Die Zugänglichkeit aber wird schwieriger, da viele Universitäten und andere Forschungseinrichtungen angesichts knapper Kassen ihre Zeitschriftenbestände zusammenstreichen müssen.

Selbst die Harvard University schlägt Alarm, weil sie sich viele Zeitschriften schlicht nicht mehr leisten kann. Ein Rezept für die gute Zugänglichkeit der eigenen Forschung ist die Publikation in einem der inzwischen fast 8000  Open Access-Journalen, die häufig von den Autoren Publikationsgebühren erheben,  oder auf e-print-Servern wie arXiv.org. Auch konventionelle Verlage haben das Potential der Open Access-Publikationen inzwischen erkannt und bieten vielfach eigene Open Access-Optionen für ihre Zeitschriften an oder bringen eigene Open Access-Zeitschriften heraus. Viele Einrichtungen, so auch die Westfälische Wilhelms-Universität, ermutigen zu Open Access-Veröffentlichungen (Open Access-Resolution der WWU). Wer für seine Open Access-Publikationen einen Beitrag zahlen muss, kann unter bestimmten Voraussetzungen den Open Access-Publikationsfonds der WWU nutzen.

Es mag für Sie als Wissenschaftler/in gute Gründe geben, nicht in einer Open Access-Zeitschrift oder auf einem e-print-Server zu veröffentlichen. Aber auch dann sollten Sie sich den Vorteil von gut sichtbaren und vor allem auch gut nutz- und zitierberen Aufsätzen sichern. Hier bietet sich die Selbstarchivierung auf einem Open-Access-Server an, die zeitgleich mit der Publikation oder mit einem Zeitverzug stattfinden kann (grüner Weg des Open Access).

Viele Zeitschriften gestehen Ihren Autor/innen das Recht auf Selbstarchivierung zu. Manche erlauben die Archivierung des Pre-Print-Texts, andere auch die Post-Print-Version, in einigen Fällen wird ein zeitlicher Verzug (Embargo) für die Archivierung gefordert. Maßgeblich ist natürlich immer der Vertrag, den Sie mit dem Verlag abschließen. Eine erste Information, welche Politik das Journal, in dem Sie veröffentlichen möchten, generell verfolgt, bietet Ihnen die Sherpa/RoMeo-Liste.

Welche Möglichkeiten haben Sie, Ihr Selbstarchivierungsrecht zu nutzen?

  • Sie können die Arbeiten auf Ihrer eigenen Webseite bereitstellen, haben dann aber auch dauernden administrativen Aufwand und handeln sich den Nachteil ein, von den auf Repositorien spezialisierten Suchmaschinen nicht gefunden zu werden.
  • Es bietet sich an, institutionelle Repositorien zu nutzen. Angehörige der WWU können Ihre Arbeiten auf dem uni-eigenen Dokumentenserver MIAMI archivieren.
  • Darüber hinaus gibt es auch Repositorien, die sich auf bestimmte Disziplinen spezialisiert haben. Im Verzeichnis OpenDOAR können Sie nach geeigneten Repositorien suchen.

Wie werden die selbst archivierten Publikationen gefunden? Häufig gelingt es schon über die bekannten Suchmaschinen wie Google Scholar, Scirus oder Bing. Aus Datenbanken wie SciFinder kommen Sie an der WWU evtl. auf den Link Resolver „SFX“ der Ihnen eine Suche u.a. in Google anbietet, wenn der Volltext des gesuchten Artikels an der WWU nicht lizenziert sein sollte. Daneben gibt es noch die auf Open Access-Publikationen spezialisierten Suchmaschinen wie BASE , oan oder Open J-Gate.

Zum Schluss noch eine kleine Abstimmung, um einen Eindruck zu bekommen, ob Selbstarchivierung schon häufig praktiziert wird und ob Sie sich Hilfe und Unterstützung dabei wünschen.


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