Gibt es eigentlich Regeln für Layout und Beschriftung von Tabellen?

Eine Frage, die sich Studierende zum Beispiel beim Schreiben der Bachelor-Arbeit stellen. Natürlich gibt es Hinweise zur Gestaltung von Tabellen in den jeweiligen Programmen, mit denen sie erstellt werden, sei es nun Excel, LaTeX, OpenOffice…  Eine grundsätzliche erste Übersicht gibt z.B. der Text  „14 Misconceptions About Charts and Graphs„. Aber gibt es auch spezielle Richtlinien?

Ja, es gibt sie. Und wie schon beim Zitieren von Literatur gibt es für einzelne Fächer oder Publikationen unterschiedliche Vorgaben.

Allgemeine Hinweise zur Verwendung von Tabellen in naturwissenschaftlichen Texten bietet Ihnen z.B. das Buch „Schreiben und Publizieren in den Naturwissenschaften“ von Ebel, Bliefert und Greulich (bei uns vorhanden in der 5. Aufl. , Weinheim, 2006, Signatur: Lehrbuchschrank beige 007). Dort beschreiben die Autoren im Kapitel 8 auf rund 20 Seiten alles von der Logik einer Tabelle bis hin zu möglichen Tabellenfußnoten, was man beachten sollte.

Ähnliches leistet Kapitel 16 „Formatting Figures, Tables, and Schemes“ in  „Write like a chemist – a guide and resource “ von Robinson und Stoller (Oxford, 2008, Signatur: Lehrbuchschrank beige 053).  Das folgende Zitat von Seite 523 macht deutlich, worauf im Kapitel eingegangen wird:

A properly formattet graphic communicates scientific findings clearly and professionally. Formatting involves selecting the appropriate font, text justification, and border style, among other details.

Ebenfalls auf Seite 523 beschreibt das Zitat von Sharon R. Baker, University of Michigan, sehr schön, welche Gefahr die Verwendung von Bildern und Grafiken (und sicher auch der an dieser Stelle nicht ausdrücklich erwähnten Tabellen) mit sich bringt:

Like a picture, a well-crafted graphic is worth a thousand words. (Of course, authors must avoid the temptation to include both the graphic and the thousand words.)

Die Zitierregeln der American Chemical Society (ACS) sind im ACS Style Guide (Coghill und Garson, 3. ed., Washington,DC, 2006, bei uns mit der Signatur: Lehrbuchschrank beige 072) festgelegt, der einen Quasi-Standard für chemische Publikationen darstellt.   Hier geht Kapitel 15 auf Illustrationen (inklusive Kurven und Diagramme), Kapitel 16 auf Tabellen und Kapitel 17 auf die Darstellung Chemischer Strukturen ein. Die Kapitel sind kurz gehalten und stellen die wesentlichen Punkte gut strukturiert vor.

Für Biochemiker und Biologen ist häufig eher „Scientific Style and Format – the CSE Manual for Authors, Editors, and Publishers“  maßgeblich(Council of Science Editors, Style Manual Committee, 7. ed., Reston, VA, 2006. Bei uns vorhanden unter Signatur: Lehrbuchschrank beige073). Hier ist es Kapitel 30, „Accessories to Text: Rables, Figures, and Indexes“, in dem  ebenfalls knapp und übersichtlich die Bestandteile und Formatierungen von Tabellen dargelegt werden.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis auf „Tatort Statistik – wie Sie zweifelhafte Daten und fragwürdige Interpretationen erkennen“ (Best, Heidelberg, 2010, hier unter der Signatur 231/047). Unterhaltsam zu lesen gibt es hier Beispiele, wie man es besser nicht machen sollte.

 

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