„Are e-journal citations destroying the validity of citation databases?“

Dies fragt A. Ben Wagner, Sciences Librarian an der University at Buffalo in seinem Beitrag in Chminf-L (Digest for list chminf-l ,Tue, 29 Jan 2013 17:58:19 -0500 (EST), https://list.indiana.edu/sympa/arc/chminf-l/2013-01/msg00102.html).

Der Bibliothekar hatte vor einiger Zeit festgestellt, dass eine große Zahl zitierter Arbeiten in der Datenbank Web of Science nicht als solche aufgeführt und somit nicht im „Cumulative Citation Count“ berücksichtigt wurden. Die nicht verlinkten Arbeiten konnten nur über eine separate Suche nach „Cited References“ gefunden werden.

In Zusammenarbeit mit dem Datenbankanbieter Thomson fand Wagner Folgendes heraus:

„…it is getting increasingly difficult for Thomson (and Iassume all citation database producers) to properly parse, identify, and link cited references for electronic journals that, more and more, areabandoning issue dates, volumes, issue numbers, and pagination. In some cases, such information can be found at the journal site, but withconsiderable effort. As a result, I believe authors are compiling reference lists using various elements in all sorts of formats (leading zeros,article numbers reported as pagination, etc., a real mess). This new conclusion was confirmed in email correspondence with Thomson.  To theircredit, they are continuing to work on their parsing, capture, and linking algorithms.“

Wagner betont in diesem Zusammenhang, dass dies seiner Meinung nach kein spezielles Problem von Thomson ist, sondern alle Datenbankproduzenten betrifft. Diese Problematik kann seiner Beobachtung nach zu „verlorenen Zitierungen“ von bis zu 40 % führen.
Ich habe „auf die Schnelle“ eine Testrecherche gemacht und bin ebenfalls auf solche Effekte gestossen: Fehlende Bandzählungen oder vertauschte Angaben zu Heft bzw. Band führen zu unterschiedlichen Zuordnungen. Für einige im „Citation Report“ fehlende Artikel erschließt sich mir ihr Fehlen nicht auf Anhieb.

Dies ist insbesondere deshalb so bedenklich, als Impact Faktoren immer bedeutender werden für Wissenschaftskarrieren und finanzielle Förderungen. Es wird sich kaum jemand die Mühe machen, zusätzlich zu einem „Citation Report“ eine weitere Recherche anzuschließen, um die Listen abzugleichen und ggfs. zu vervollständigen.

Wagner führt weiter aus:

„I also suspect that part of the problem is at the journal level, that editors are allowing „flexibility“ in the elements and format of electronicarticle citations. At a minimum, there is not the same standardization there is in the print world.“

Es ist also wichtig, auch in elektronischen Medien sorgfältig zu zitieren und sich an die Zitierstandards des eigenen Faches zu halten. Für die Chemie in erster Linie an die Regeln des „ACS Style Guide“, dessen Chapter 14: References (PDF) von der ACS dankenswerterweise kostenfrei im Netz zugänglich gemacht wurden.

Vielleicht werden zukünftig DOIs und Author-IDs wieder zu besseren Ergebnissen führen?

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